|
Hundekauf
Das Wichtigste: Einen Hund kauft man mit Herz und
Verstand und mit viel Geduld!
Ich beraten Sie gern welcher Hund zu ihnen passt unter
Berücksichtigung rassespezifischer Merkmale der jeweiligen Hundetypen.
Diesen unterschiedlichen Anforderungen und
Wesensmerkmalen sollten Sie Idealerweise bereits vor dem Erwerb Ihres
Hundes besondere Aufmerksamkeit schenken. Gern begleite ich Sie und helfen
Ihnen bei der Entscheidung ob Rüde oder Hündin, Welpe oder erwachsener
Hund, Rassehund oder Mischling, Tierheim oder Züchter und der Wahl eines
geeigneten Züchters.

Damit später nicht das bösen Erwachen kommt,
sollten Sie vor der Anschaffung eines Hundes einiges bedenken!
-
Welcher Hund/Rasse
(Größe, Gewicht, Charaktereigenschaften des Tieres) passt zu mir, meiner
Familie und den gegebenen Lebensumständen? Was passiert mit Ihm, wenn
sich diese plötzlich ändern (z.B. wenn ein Baby geboren wird,
plötzlicher Umzug oder Krankheit in der Familie auftritt)
-
Wurde entsprechend der Wohnverhältnisse (Größe des Hauses oder der
Wohnung, Garten usw.) der richtige Hund gewählt?
-
Will und kann ich das
Tier bis an sein Lebensende verantwortlich halten? Kann ich dem Tier
auch in Krankheit beistehen und es Pflegen? Bin ich auch bereit, evtl.
seinem Leben ein Ende zu setzen, um ihm unnötige Schmerzen zu ersparen?
-
Habe ich die
Möglichkeit für eine artgerechte Haltung des Hundes, besonders für
ausreichende Bewegung (auch bei schlechtem Wetter!) und Beschäftigung
mit dem Tier?
-
Wer kümmert sich
täglich um den Hund? Bitte bedenken Sie dabei, das ein Tier nicht den
ganzen Tag alleine in einem Zimmer eingesperrt werden Darf (das kommt
Zwingerhaltung gleich)!
-
Was passiert mit dem
Hund in der Urlaubszeit? Wo bleibt er, wenn er nicht mit kann?
-
Wurden anfallende
Kosten berücksichtigt (Welpenpreis, Futter, Tierarzt, Haftpflicht,
Steuer)?
Grundsätzlich
muss man folgendes bedenken und wissen, dass sich einiges im Familienleben
ändern wird:
-
Die
Entscheidung, einen Hund in die Familie aufzunehmen, ist eine sehr weit reichende
Entscheidung, zumindest für die nächsten 12 bis 15
Jahre! Denn so lange Lebt ein Hund durchschnittlich!
-
Ein Hund ist ein vollwertiges Familienmitglied! Er fordert genauso
viel Zeitaufwand, Zuwendung und Liebe wie ein Kind. Sollte aber nie als
Kind-Ersatz betrachtet werden, sondern als das was er ist: Eben Als HUND!
-
Der Hund muss wenigstens drei- bis viermal täglich "Gassi" geführt
werden, wobei mindestens zwei längere Gänge fällig sind, auf denen der
Hund körperlich und auch geistig beschäftigt werden sollte. Nur
Spazierengehen reicht den meisten Hunden nicht aus - sie wollen Spielen
und gefordert werden!
-
Freunde (vielleicht sogar Verwandte) werden sich möglicherweise von
Ihnen abwenden, dafür lernen Sie aber garantiert viele neue und
interessante Menschen kennen, nämlich Hundebesitzer!
-
Zukünftige Urlaubsziele müssen nach anderen Kriterien ausgesucht
werden, da Hunde nicht überall willkommen sind, mancherorts sind
Preisaufschläge zu zahlen oder es wäre einfach zu viel Stress bzw. Aufwand
für den Hund (z.B. Flugreisen). Jedes Land hat andere, teils sehr harte
Veterinärbestimmungen (z.B. Quarantänemaßnahmen). Überlegen Sie bitte
genau, ob es sich für das Tier lohnt sich für 1 - 2 Wochen Urlaub solchen
Maßnahmen unterziehen zu müssen! Und dann sind da noch erhebliche
Gesundheitsgefährdungen in vielen Ländern zu bedenken!
-
"Single-Familie" mit Hund ist oftmals kein Problem, solange man
genau weiß, wer im Notfall (es gibt auch z.B. berufliche oder
gesundheitliche Gründe) einspringt und jederzeit für den Hund da ist.
Jedoch ist es ratsam, einen Hund erst nach abgeschlossener
"Familiengründung" in die Familie zu holen.... sollten sie also später
einmal Kinder wollen, so warten sie so lange ab, damit die Rangfolge dem
Hund von Anfang an klar gemacht werden kann!
-
Auch finanziell will alles bedacht sein: da wäre zunächst der
Welpenpreis und die Erstausstattung (Körbchen, Näpfe, Bürsten, Leine,
Halsband usw.). Dann sollten etwa 1.500 Euro (plus/Minus 250 Euro)
jährlich für EINEN Hund kalkuliert werden - allerdings kann sich diese
Summe schnell verdoppeln, wenn z.B. Operationen des Hundes notwendig sind.
Dazu gehört auch die Frage, ob das bisherige Auto zusätzlich einen Hund
befördern kann. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln sind viele
Hunde-Ausbildungsplätze und -Übungsgelände oft nur schwer oder gar nicht
erreichbar!
-
Ein Einfamilienhaus mit einem riesigen Garten wäre von Vorteil - ist aber
bei genug Auslauf nicht zwingend notwendig, viel wichtiger sind dem Hund
seine Familie und dass sich diese um ihn kümmert, mit ihm ausgeht und mit
ihm etwas anstellt, arbeitet.
-
Was er in jedem Fall braucht, ist ein ungestörtes, fest ihm
"gehörendes" Plätzchen in der Wohnung, im Haus, wohin er sich zurückziehen
kann und dann auch in Ruhe gelassen wird - auch von streichelnden Kindern!
Bedenken Sie bitte auch hier die Größe des Hundes! Er möchte auf der Seite
mit ausgestreckten Beinen liegen.... und eine Dogge z.B. braucht da
erheblich mehr Platz als ein Chihuahua!
Bedenken Sie:
-
Alle
Familienmitglieder müssen einen Hund wollen und der Anschaffung positiv
gegenüberstehen! Vor allem die Hausfrau (oder der Hausmann), auf der die
Hauptarbeit lastet, muss die Anschaffung wollen! Kinder können die
Verantwortung für einen Hund auf gar keinen Fall übernehmen - aber sie
können beim Gassigehen und der Pflege des Tieres helfen!
-
Auf gar
keinen Fall sollte man einen Hund als Geschenk zu Weihnachten oder aus
einem anderen Anlass kaufen.
-
Mietrechtlich ist vorher zu klären, ob der Vermieter mit der
beabsichtigten Hundehaltung einverstanden ist. Teilen Sie ihm auch mit,
welche Rasse oder Mischung Sie sich anschaffen wollen - evtl. hat der
Vermieter nur bei bestimmten Rassen/Mischungen (Kampfhundegesetz)
Bedenken!
-
Sind
Familienmitglieder vielleicht allergisch gegen Hunde? Ein entsprechender
Allergietest ist vielleicht Vorher angebracht!
Wie erkenne
ich eigentlich einen "Guten" Züchter?
Bei einem
seriösen Züchter gibt es keine Massenhaltung und keine Zucht ohne
Rücksicht auf das Tier. Zucht bedeutet einen hohen persönlichen Einsatz,
das kann man nicht "mit links" machen. Wenn man Welpen aufzieht, ist das
ein Ganztags- und Nachtjob mit höchsten Anforderungen an Wissen,
Einsatzfreude und Aufopferungsfähigkeit. Das kann nur ein Züchter
gewährleisten, der seine eigenen Interessen für die Zeit der
Welpenaufzucht zurückstellt und sich ausschließlich seinen vierbeinigen
Gefährten widmet.
Vor diesem
Hintergrund muss auch der Kaufpreis gesehen werden. Wer zehn, zwanzig oder
sogar dreißig Zuchthündinnen hält und diese in einer Zwingeranlage fernab
vom Haus und der Familie einsperrt, kann zum einzelnen Tier und dessen
Welpen keinen Bezug aufbauen. Diese Welpen erhalten nicht die nötigen
Sozialkontakte zum Mensch und zu den Artgenossen und bleiben oft ein Leben
lang scheu und unsicher. Den Zwinger sorgfältig zu reinigen und die Tiere
medizinisch zu betreuen reicht nicht aus, um ein Hundezüchter zu sein. Der
Kaufpreis ist dort meist entsprechend niedrig, liegt meist deutlich unter
dem rasseüblichen Welpenpreis, um Käufer zu locken - oder ist normal hoch
bis überteuert, um seriös zu erscheinen.
Wenn man sich
für eine bestimmte Hunderasse interessiert, dann tut man das wohl in
erster Linie:
-
Wegen
des Aussehens Der Rasse (einschl. Größe, Gewicht, Fellbeschaffenheit
usw.)
-
Wegen
bestimmter Wesens- und Charaktereigenschaften
-
Wegen
bestimmter Arbeitseigenschaften (z.B. Jagdhunde für Jäger)
-
Wegen
gesundheitlicher Anforderungen (z.B. HD-freie Elterntiere)
-
Vielleicht wegen bestimmter "Modetrends" ??? (z.B. weil der Westie in
der Werbung so süß aussieht...)
Alle Hunde,
die zur Zucht zugelassen werden, müssen natürlich verschiedene
gesundheitliche Untersuchungen (entsprechend den Vorschriften des
jeweiligen Vereins, speziell für die jeweilige Rasse festgelegt) über sich
ergehen lassen. Nur der Hund, der diese wirklich objektiven
Auswahlverfahren besteht, darf Welpen in die Welt setzen. Zudem achten die
Vereine sehr darauf, dass nur eine bestimmte Anzahl von Würfen je Hündin
gemacht werden darf, ganz wichtig für die Qualität der Nachkommenschaft!
Nur (!) die
Vereine geben den einzelnen Rassen überhaupt eine reale Chance, als
gesunde, eigenständige Rassen fortbestehen und sich weiter entwickeln zu
können. Die Vereine (und das sind letztlich deren Züchter und Mitglieder
selbst!) begleiten und unterstützen ihre Mitglieder, bilden ihre Züchter
aus und weiter, prüfen Haltungsbedingungen, kontrollieren Zuchten,
Zuchtstätten und Züchter und und und...
Wer nicht
in einem Verein züchtet, der muss für sich das Zitat in Anspruch nehmen:
"Es gibt keinen andern Grund, "Papierlos" zu
züchten, als die bewusste (!) Umgehung der Zuchtvorschriften!"
zu den
Welpenpreisen:
Die (meisten)
Züchter Einer Rasse Haben Preisspannen, innerhalb derer sich auch die
Welpenpreise bewegen (sollten). Man bedenke bei einem Preisvergleich, dass
die Höhe oftmals von der Qualität des Wurfes aber auch von der Rasse
selbst abhängig ist! Ein Wurf mit Deutschen-Doggen-Welpen wird mehr
Futtergeld kosten, als die Aufzucht eines Teckel-Wurfes. Allerdings sind
auch die Gebühren für Wurfabnahme, Zuchtwartkosten, Urkundenerstellung,
Welpenvermittlung usw. der verschiedenen Zuchtvereine unterschiedlich und
nicht gerade unerheblich!
die nächste
Betrachtung mal ganz emotionslos übers Geld: Wie bereits ausgeführt,
lassen Vereine nur eine begrenzte Zahl an Würfen pro Hündin zu. Rechnet
man mal dagegen, wie viel Geld ein Züchter einsetzen muss, ehe er
überhaupt mit einer Hündin züchten darf (Ausstellungen, Zuchtzulassungen,
Tierarztkosten für Untersuchungen usw.) - wie viel Geld ihn eine Hündin
kostet, die die Zulassung nicht bekommt (die vorher genannten Kosten
fallen aber für diese Hündin trotzdem an!) - wie viel Geld ihn die
Alttiere, mit denen nicht mehr gezüchtet werden darf, kosten – es ist
nicht viel zu verdienen bei einer verantwortungsvollen Zucht!
Schlussfolgerungen für den Welpenkäufer: NUR dann, wenn ich meinen Hund
von einem Züchter eines Vereins (der FCI angeschlossen) kaufe, habe ich
eine reale Chance, einen gesunden, dem gewünschten Erscheinungsbild sowie
dem Wesen und Charakter entsprechenden Hund meiner "Traum-Rasse" zu
bekommen! Eine Garantie auf Charakter und Verhalten des Hundes sowie auf
verschiedenen Gesundheitliche Aspekte (z.B. auf HD) wird Ihnen allerdings
auch der seriöse Züchter nicht geben - zu viele Faktoren spielen hier in
der Aufzucht/Haltung des Hundes eine Rolle und die HD z.B. ist erst im
Alter von 12 - 18 Monaten durch eine Röntgenologische Untersuchung durch
einen Fachmann feststellbar!
Und wie sieht
es bei einem Mischling aus?
In jeder
Hinsicht (aussehen, Charakter, wesen usw.) ist ein Mischlingshund eine
"Wundertüte". Alle Welpen sehen "niedlich" aus, aber niemand kann
vorhersagen, wie diese Hunde als "erwachsene Hunde" aussehen, wie sie
charakterlich und vom Wesen her sein werden. richtig Glück haben Sie, wenn
sie beide Elterntiere besichtigen und kennen lernen können! Man kann zwar
über die Erziehung eines Welpen eine ganze Menge beeinflussen, bestimmte
Charakterzüge aber kaum oder gar nicht.
Sind
Mischlingshunde nun gesünder als Rassehunde?
Diese Frage muss eindeutig verneint werden. Zu den bei Mischlingshunden
vorkommenden (vor allem erblich bedingten) Krankheiten, kann sicherlich
kaum jemand etwas wirklich Handfestes aussagen, da es meines Wissens keine
entsprechenden Statistiken auf fundierter (!) Grundlage gibt. Es sind wohl
nicht eben viele Hundehalter, die mit ihren Hunden zum Tierarzt gehen,
wenn es nötig ist und "richtig Geld" kostet. Die Anzahl auf HD und PL oder
gar PRA untersuchter Mischlingshunde ist meines Wissens auch nicht
übermäßig groß. Und es gibt da unterdessen auch keinen gravierenden,
messbaren Fortschritt. Und da ja immer wieder "neue" Vermischungen
stattfinden, ist ein Rückschluss fast unmöglich! Mischlingshunde sind
NICHT widerstandsfähiger - sie werden auch NICHT von Krankheiten
verschont! Man erfährt nur sehr wenig darüber, da sich die sog. "Züchter"
gar nicht bis kaum um das Schicksal der Welpen kümmern..... es waren ja
nur Mischlinge! Vielleicht wird aber auch gerade WEIL es ein Mischling
ist die Behandlung vorzeitig vom Halter abgebrochen - denn viele wollen
eben kein Geld für den Tierarzt ausgeben! Viele sind der Meinung, das die
OP beim Tierarzt ja mehr Geld kosten würde, als eine neuer Mischling....
und dann wird halt lieber drauf verzichtet und bei "Bedarf" ein neuer Hund
geholt! Das ist leider eine Tatsache - wenn auch eine für manche Hunde
sehr traurige!
Und die armen
Tierheimhunde?
Ein Hund aus
dem Tierheim ist leider vielfach nicht kalkulierbar - weder im Charakter
noch gesundheitlich, da meist nur wenig über seine ursprünglichen
Haltungsbedingungen und über seine bisher gemachten Erfahrungen bekannt
sein wird. Auch die Tierheim-mitarbeiter sind überwiegend bei der
Beurteilung der ihnen anvertrauten Hunde auf eigene Beobachtungen
angewiesen, die aber angesichts der in Tierheimen lebenden Hunde immer nur
Momentaufnahmen sein können. Auch kann das Verhalten eines Hundes durch
die Lebensumstände im Zwinger des Tierheimes erheblich "beeinflusst"
werden.
Auch beim
Kauf eines Welpen aus dem Tierheim muss man zum Wesen des Hundes wissen,
dass dieser Hund nicht so geprägt sein kann wie ein beim Züchter
aufwachsender Welpe, der die Alltagsreize in ihrer Vielfältigkeit kennt
und mit ihnen zu leben gelernt hat: Gerüche, Geräusche, Gegenstände,
Fahrzeuge, andere Menschen (Kinder!), Tiere usw. Selbst bei großem
Engagement, welches viele Tierheim-mitarbeiter an den Tag legen, können
dort aufwachsende Welpen nicht in dem Masse mit ihrer späteren Umwelt
vertraut gemacht wie beim seriösen Züchter.
Das bedeutet:
Tierheimhunde sind für "Neulinge" in der Hundehaltung nur sehr bedingt zu
empfehlen und sind eigentlich eher etwas für den erfahrenen Hundeführer,
der auch über die entsprechenden Kenntnisse verfügt, sich einen "guten",
geeigneten Hund auszusuchen und evtl. auftretendes Problemverhalten zu
korrigieren. Besonders wenn im Haushalt Kinder leben, sind die Risiken
noch kritischer zu betrachten und meiner Meinung nach unkalkulierbar.
Bevor Sie sich an die konkrete Auswahl eines bestimmten Hundes
machen, sind unbedingt noch folgende Fragen zu klären:
Welpe oder älterer Hund?
Viele Leute
wünschen sich eher einen Welpen, weil Sie gerne dessen Entwicklung von
Anfang an begleiten und beeinflussen können möchten. Dies birgt aber nicht
nur Chancen, sondern auch Risiken, weil nämlich auch alle Fehler, die bei
der Erziehung des Welpen in der ersten Zeit gemacht werden können, ihn
sein Leben lang prägen – und die gibt es gerade als Anfänger-Hundehalter
zuhauf. Anfangs wird z.B. heftig mit dem kleinen Welpen "verbeißen" in die
Hand des Besitzers "gespielt" - ist er jedoch durch den Zahnwechsel und um
einiges Größer geworden, ist dieses "Spiel" für den Besitzer eben nicht
mehr so lustig! Man übernimmt also mit einem Welpen eine große
Verantwortung und muss ihn in den ersten Monaten auch noch rund um die Uhr
betreuen. Ein seriöser Züchter steht ihnen auch in dieser Zeit jederzeit
mit Rat und Tat zur Seite.
Wenn man die
Chance hat einen gut sozialisierten älteren Hund zu bekommen, der die
Pubertät schon überstanden hat, hat man gerade als Anfänger oft mehr
Freude an dem Tier. Zudem kann man so einem Hund eine zweite Chance geben.
Viele verlieren Ihr Herrchen/Frauchen durch traurige Umstände oder die
Lebenssituation ändert sich so stark, das der Hund nicht bleiben kann!
Natürlich ist man auch bei einem älteren Hund nicht vor Überraschungen
gefeit, vor allem wenn man seine Vorgeschichte nicht genau kennt. Und auch
ein bereits erwachsener Hund kann nicht einfach so Nebenherlaufen, denn
seine gute Erziehung hat er dann ganz schnell auch wieder vergessen. Wenn
Sie also einen älteren Hund suchen, dann wenden Sie sich an einen
anerkannte Züchter der Rasse ...er wird Ihnen bestimmt weiterhelfen
können!
Rüde oder Hündin?
Hundeanfängern wird meist zum Kauf einer Hündin geraten, weil diese in der
Regel verträglicher und nicht so dominant sein sollen wie Rüden. Generell
ist es in der Natur jedoch so, das die Hündinnen das "sagen" haben und die
Rüden nur zum Schutz des Rudels und zur Fortpflanzung dienen. Das ist
allerdings auch sehr stark von der jeweiligen Rasse abhängig, zum anderen
aber auch vom Individuum selbst.
Prinzipiell
muss man bei einer Hündin damit zu Recht kommen, dass sie in der Regel
zwei Mal im Jahr läufig wird (wenn sie nicht kastriert wurde). Rüden
markieren dafür öfter und leiden natürlich (sofern sie nicht kastriert
sind) sehr darunter, wenn sich in der Nachbarschaft ständig eine heiße
Hündin befindet. Was die Verträglichkeit mit Artgenossen angeht so gibt es
genauso lammfromme Rüden, die sich mit Jedem vertragen und rauflustige
Hündinnen, die alles ankläffen, was nach Hund aussieht. Allerdings ist es
oft so, dass Rüden untereinander so genannte „Scheinkämpfe“ ausfechten,
bei denen es zu keinerlei ernsthaften Verletzungen kommt, wobei zwei
Hündinnen, die sich nicht riechen können, oft heftige Kämpfe mit
Verletzungen austragen. Verallgemeinern kann man das aber nicht! So haben
beide Geschlechter ihre Vor- und Nachteile. Man muss nur wissen mit
welchen man sich eher arrangieren könnte.
Rassehund oder Mischling?
Mischlingsfans bestehen darauf, dass ihre Hunde robuster und natürlicher
sind, weil sie nicht in jahrelanger Zucht in nur eine Richtung getrieben
wurden. Rassefans sehen genau darin die Vorteile der Rasse: man weiß
ziemlich genau auf was man sich einlässt. Beim Mischling hat man -
zumindest beim Welpen - oft eine "Wundertüte". Wenn die Eltern bekannt
sind hat man aber zumindest einen Anhaltspunkt. Eine klare Entscheidung
pro oder contra kann es hier nicht geben. Wenn Sie sich einen Rassehund
zulegen möchten, sollten Sie sich auf jeden Fall vorher ganz genau über
die ausgewählte Rasse informieren und auf keinen Fall eine Entscheidung
rein nach äußeren Merkmalen treffen. Informieren Sie sich darüber, für
welche Aufgabe die Rasse ursprünglich gezüchtet wurde. Viele Hunde werden
mit Kriterien wie "Kinderlieb" etc. angepriesen, obwohl es sich dabei
keinesfalls um eine angeborene Eigenschaft des Hundes handelt. Gerade die
zahlreichen kleinen Rassen werden als optimale Familienhunde bezeichnet;
ein Terrier z.B. ist allerdings ein robuster Jagdhund, der eine intensive
Erziehung und konsequente Regeln braucht - also keinesfalls ein geeignetes
Weihnachtsgeschenk als Beschäftigungstherapie für die Kinder! Zahlreiche
Informationen über die verschiedenen Rassen finden Sie in Büchern und im
Internet. Empfehlenswert ist dies auch bei Mischlingen aus 2 Rassen (z.B.
Golden Retriever und Border-Collie) - manche Rassezusammenführungen sind
nur für Rasse-Kenner empfehlenswert. Gerade die Mischungen
Hüte-/Hirtenhund plus Jagdhund sind nicht immer leicht in der Erziehung
und Führung!
Wo bekomme ich nun einen Hund her?
Das Tierheim
Wer nicht
unbedingt eine spezielle Rasse sucht und auch gerne einen schon älteren
Hund zu sich nehmen möchte, der sollte sich in den Tierheimen seiner
Umgebung umschauen (natürlich findet man auch im Tierheim Rassehunde und
Welpen, zum Glück aber eher selten). Dort können Sie zumeist zu festen
Zeiten mit den Tieren spazieren gehen und sich so erst einmal
beschnuppern. Wenn Sie einen Hund gefunden haben, der Ihnen gefällt,
sollte Sie sich vom Tierheimpersonal oder vom Betreuer des Hundes
möglichst genau über dessen Vorgeschichte und den Grund für seine Abgabe
aufklären lassen. Leider ist dies bei Hunden, die ausgesetzt wurden kaum
möglich. Lediglich ein Betreuer, der den Hund schon länger kennt, kann
vielleicht Auskunft über einige grundlegende Charaktereigenschaften oder
Besonderheiten geben. Wichtig sollte nicht so sehr sein, dass der Hund gut
hört und brav an der Leine geht, sondern dass er aufgeschlossen und
freundlich ohne Angst auf Sie zugeht, sich überall anfassen und streicheln
lässt und sich Artgenossen gegenüber möglichst freundlich verhält. „Sitz“,
„Platz“ und „Fuß“ können Sie auch einem älteren Hund noch ohne Probleme
beibringen. Allerdings werden diese Hunde nicht verschenkt - und je
nachdem wie lange der Hund schon im Tierheim "frisst" kostet er doch
manchmal schon eine stattliche Summe.
Der Züchter
Wer eine
bestimmte Rasse und einen Welpen sucht ist bei einem anerkannten Züchter
am besten beraten. Allerdings gibt es auch hier schwarze Schafe, die nur
das Geld und nicht so sehr die artgerechte Aufzucht, Haltung und
Vermittlung ihrer Hunde interessiert. Der Züchter sollte Ihnen Einblick in
alle Bereiche seiner Hundehaltung gewähren und Ihnen alle Ihre Fragen
geduldig beantworten. Er sollte seine Rasse ganz genau kennen und Ihnen
auch im Falle, dass der Hund nicht für Sie geeignet ist, vom Kauf abraten.
Die Welpen sollten Kontakt zur Familie haben und optimal auf ihre Zukunft
vorbereitet werden. Besuchen Sie ihn ruhig mehrmals auch zu
unterschiedliche Zeiten um sich davon zu überzeugen, dass alles nötige für
die Welpen getan wird. Gucken Sie sich auch die Elterntiere und deren
Verhalten und den Umgang des Züchters mit seinen Tieren genau an. Der
seriöse Züchter besteht auf ein persönliches Kennen lernen Ihrer Familie
bevor er Ihnen endgültig einen Welpen verspricht! Viele Züchter führen
eine "Warteliste" - und informieren sie rechtzeitig über Läufigkeit,
Decktag, Geburt der Welpen - so dass sie von Anfang an Kontakt zum Welpen
aufbauen können! Welpenbesuche sind beim guten Züchter etwa ab der 3. - 4.
Lebenswoche möglich (wegen Infektionsrisiko für die Welpen nicht früher!),
dann können sie aber - nach Absprach - täglich vorbei schauen und "ihren"
Welpen bestaunen. Der seriöse, gute Züchter hilft ihnen auch bei der
Entscheidung ob Rüde oder Hündin, oder ob den oder jenen Welpen! Er allein
kennt die Charaktere der Welpen am Besten und kann hier beraten. Viele
halten sich sogar das Recht vor, zu bestimmen, welcher Welpe zu welcher
Familie kommt und oft ist die neue Familie im Nachhinein mit dem
schmusigen Rüdenwelpen zufriedener als sie es mit der ausgeflippten Hündin
gewesen wäre!
Seien Sie
vorsichtig bei so genannten "Züchtern" die viele verschieden Rassen
anbieten, die ihre Hunde ausschließlich in Zwingern ohne Kontakt zur
Umwelt halten, und die ständig mehrere Würfe haben. Hier ist eine
entsprechende Aufzucht und Sozialisierung nicht gegeben. Widerstehen Sie
der Versuchung einen solch armen Wurm mitzunehmen! Damit kurbeln Sie nur
die Nachfrage an und unterstützen das Tun dieser "Vermehrer". Auf gar
keinen Fall sollten Sie über das Internet einen Hund "bestellen" oder dem
Versand des Welpen im Paket zustimmen!!! Auch "Züchter", die Bestellungen
annehmen und innerhalb von 2 Wochen jede erdenkliche Rasse liefern können,
sind nicht seriös!!!
Niemals
sollte beim Kauf eines Hundes das menschliche Mitleid eine Rolle spielen!
Finden sie erbärmliche Zustände (abgemagerte Tiere, Dreckige Ruhestätten,
stinkende Ausläufe usw.) bei Zuchthündin und Welpen vor, so
benachrichtigen sie den Tierschutzverein vor Ort über diesen "Vermehrer"!
Nur so kann der Tierschutz sofort eingreifen und der "Züchter" hat keine
Zeit alles zu korrigieren/Reinigen usw.! Auch sollten Sie den "Züchter"
NICHT über Ihr Vorhaben ihn "anzuzeigen" informieren, sondern freundlich
absagen und gehen - leider sind schon ganze Rudel von Hündinnen mit Ihren
Welpen plötzlich "verschwunden"! Leider ist der "Züchter" dann gewarnt und
der Tierschutzverein hat keine Handhabe!
Aus Privater Hand
Zahlreiche Hunde werden in den Tageszeitungen und Kleinanzeigenblättern
oder mittlerweile auch per Internet zur Vermittlung angeboten. Auch hier
sollten Sie nicht aus Mitleid einfach zugreifen, sondern sich vorher ein
genaues Bild machen.
Abzuraten ist vom Kauf eines Hundes aus Tier- oder Zoohandlungen, diese
kommen oft aus Massenzuchtstätten aus dem osteuropäischen Ausland und sind
vielfach krank und bereits als junge Hunde verhaltensgestört. Auch sollten
Sie keinen Hund aus dem Urlaub, beispielsweise aus Spanien oder
Griechenland, wo haufenweise halb verwilderte Hunde herumlaufen, aus
Mitleid mit nach Hause bringen. Sie haben oft große Probleme sich nach
einem Furcht einflößenden Flug in die neue Heimat dort einzuleben. Sie
sind es weder gewöhnt an der Leine zu gehen, noch sind sie stubenrein usw.
Wenn Sie einem verlassenen Hund eine neue Heimat geben wollen, wenden Sie
sich lieber an ein Tierheim oder eine private Vermittlungsstelle. Hier
gibt es genügend Hunde und Katzen!
|